30.01.2019
2. CEO Podium in Horgen mit Hochkarätern aus der Wirtschaft
2. CEO Podium in Horgen mit Hochkarätern aus der Wirtschaft
Das chinesische Neujahrsfest feiern bedeutete für den CEIBS Zurich Campus auch in diesem Jahr, interessante Führungspersönlichkeiten zu einer spannenden Podiumsdiskussion einzuladen.

In diesem Jahr moderierte die Wiener Sinologin und Unternehmensberaterin Sabine Zhang das Panel zum Thema "Globalisierung chinesischer Unternehmen" und die Entwicklung einer "Global Leadership"-Mentalität. Sabine Zhang lebt und arbeitete viele Jahre in China, und sie machte ihre Weiterbildung an der im Jahr 1999 noch jungen CEIBS.

Unserem Ruf ans Podium folgten, Peter Moser, Saurer Group, Martin Schneider, Brainforce, John-James Farquharson, ex-ChemChina – Bluestar und Prof Katherine Xin, CEIBS.

Peter Moser ist Chief HR Officer Saurer Group. Die Saurer Gruppe unterhält Büros in China, Indien und Singapur und ist ein weltweit führender Technologiekonzern mit Fokus auf Maschinen und Komponenten für die Garnverarbeitung.

Martin Schneider ist CEO der Brainforce AG. Das Unternehmen ist Pionier und Marktführer im Bereich Interim Management mit Hauptsitz in Zürich verfügt über Niederlassungen in Europa, Südafrika, Thailand und China (Hongkong und Shanghai). Martin Schneider ist seit 2004 CEO der BRAINFORCE-Gruppe und seit 2007 Präsident des Verwaltungsrats.

John-James Farquharson ist der ehemalige Chief Human Resources Officer von ChemChina - Bluestar und verfügt über fundierte Kenntnisse des chinesischen Arbeitsmarktes, der Wirtschaft und des Landes. Heute ist er als Teammitglied für die Rosen-Gruppe tätig.

Prof. Katherine Xin, Associate Dean (Europe) und Co-Director of Centre for Globalization of Chinese Companies, CEIBS eröffnete das Podium auf die immer wieder diskutierte Frage, welche strategischen Absichten chinesische Firmen hätten, die ins Ausland expandierten. Diese Frage sei nämlich mit ein Grund gewesen, weshalb CEIBS ein eigenes Research Center gründete und herausfand, dass sich chinesische Firmen ganz anders verhalten. Sie suchen nicht primär Märkte, sondern Ressourcen und neues Wissen, ziehen sich in ihren Heimmarkt zurück und wachsen wieder in den Weltmarkt hinein. Dieses Vorgehen verursache bei Übernahmen oder Mergers unterschiedliche Integrationsprozesse in der Phase nach der Akquisition, in dem die Chinesen einen sogenannten "Light-Touch Approach" machten.

Dass chinesische Firmen Übernahmen tätigen ist das eine, doch welches, wollte Sabine Zhang von Peter Moser wissen, seien im Fall von Saurer Textile die konkreten Absichten gewesen.  Peter Moser wies darauf hin, dass Saurer Textile selber durch gezielte Akquisition gewachsen sei. Als bekannte Marke für Präzisionsmaschinen wurde sie zum Übernahmekandidat. Kurz gesagt steckte eine strategische Absicht dahinter. Produktionsstandort war China, später kam das R+D dazu. Über 40% des Umsatzes tätigt die Firma in China.

Auf Sabine Zhangs Nachfrage, ob die Übernahme ein "Light-Touch-Approach" war, meinte Peter Moser, man müsse bedenken, dass es in China eine hohe Regeldichte gebe, weshalb die Compliance sehr wichtig sei. Darüber hinaus sei nicht alles marktgesteuert. Hinter vielen Entscheide steckten politische Intentionen.

Mit dem Stichwort "Politik" kam John-Jahmes Farquharson ins Gespräch. Er war ein Foreign Executive in einer staatlichen Firma zu einer Zeit, als es erst sechs ausländische Executives in ganz China gab. Er berichtet, er habe früh am Morgen, während seiner Joggingrunde, einen Anruf mit der Anfrage erhalten. So wurde er zum Foreign Expert und arbeitete für die chinesische Regierung in einem staatlichen Unternehmen. Sein engster Mitarbeiter und Partner war der Parteisekretär. Gemeinsam bereisten sie das Land, trafen Leute, knüpften Kontakte. Das wichtigste war aber, Akquisitionen für ChemChina-Bluestar zu tätigen, und zwar lange vor dem Syngenta-Deal. So lernte er, und das war sein Ziel, von Firmen, die nicht familiengeführt oder in privater Hand waren. Schliesslich, mein John-James, würde er heute als Firma lieber von einer Firma aus China als von einer amerikanischen übernommen werden.

Dann wollte Sabine Zhang von Martin Schneider wissen, was seine Erfahrung mit chinesischen Führungskräften sei. Immerhin ist er Spezialist in deren Vermittlung. Er könnte Geschichten erzählen bis morgen früh, meinte er, der vor dreiunddreissig Jahren zum ersten Mal in China war und bezeichnet die Entwicklung des Landes als atemberaubend. Er arbeitet am häufigsten mit Industrieunternehmen zusammen, die in China operativ tätig sind und über ein mittleres Kader und ein höheres Management verfügen. Bei Übernahmen drehten sich die Gespräche schnell einmal um die kulturellen Dinge, und zwar für beide, die übernehmende und die übernommene Firma. Mit Blick auf die rasante Entwicklung, stelle sich schon die Frage, ob es einfacher geworden sei, in China geschäftlich tätig zu sein. Martin Schneider meint: nein. Nein, weil sich die Herausforderungen gewandelt hätten. Bei Führungskräften sei Ihr Rollenverhalten wichtig.

Ein Faktor, der das Verhalten chinesischer Führungskräfte präge, sei die 1-Kind-Politik. Solche Kinder werden von ihren Eltern unter Druck gesetzt, erfolgreich zu sein, gelten aber gleichzeitig als empfindlich. Zur Bildung sagte er, dass sich in China das Schulsystem nicht verändert habe. Schulen lehrten kein kritisches Denken, und dies beeinflusse natürlich das spätere Verhalten der Manager. So könne also der eine oder andere Management Stil beidseitig nicht unbesehen angewandt werden. Er berichtet, wie er einmal für einen in China tätigen deutschen Manager einen chinesischen Manager gecastet habe. Der chinesische Manager habe nach militärischen Führungsprinzipien gehandelt. Der Deutsche, ausgerechnet, denkt man, sei überrascht gewesen, aber die chinesischen Angestellten akzeptierten die Handlungsweise des Managers, die Firma konnte sich verändern.

Im zweiten Teil der Diskussion lag der Fokus von Sabine Zhang auf "Leadership und Mindset". Jeder der Diskussionsteilnehmer sollte einen Einblick in verschiedene Führungskonzepte geben.

Prof. Xin stellte etwas Wichtiges fest: gemäss Ihrer Erfahrung sei es of schwieriger, inner-kulturelle zu überwinden als inter-kulturelle. Wenn's um Führungsprinzipien gehe, folge China drei Prinzipien. Die Führung ist paternalistisch (nicht männlich), also autoritär, sie ist wohlwollend und moralisch. Man ist also streng, schaut gut zu den Angestellten und ist ein Vorbild. Der Clou: alle drei verlangen Gehorsam. Autorität erzeugt Angst und also Folgsamkeit. Wohlwollen erzeugt Dankbarkeit und Moral macht weich. Diese Verbindung von Härte und Weichheit, das Ying und Yang, sei sehr chinesisch.

Auch bei Saurer habe es Guidelines und Werte gegeben. Wie konnten das Zusammenkommen, wollte Frau Zhang von Peter Moser wissen. Er meinte, es sei gar nicht so entscheidend, wer oder was besser gewesen sein, der schweizerische oder der chinesische Teil. Man habe schnell herausbekommen, dass der Entscheidungsprozess ein anderer sein. In China sagt man, wo's lang geht, und es wird gemacht. In Europa will der Angestellte wissen, warum er etwas tut. Deshalb definierten man bei Saurer Werte und realisierte erst anschliessend, wie unglaublich viel Arbeit dahintersteckte, diese Werte zu globalen Werten zu machen.

Auch Martin Schneider ging auf das interkulturelle Element ein. In Europa sei Versuch und Irrtum weit verbreitet. Wer damit nicht umgehen könne, schaffe im Unternehmen Schwierigkeiten. Umgekehrt ist in China immer der CEO die letzte Instanz. Das Problem hier: Er oder sie kann sehr schnell überlastet sein.

Von John-James wollte Sabine Zhang schliesslich wissen, was er empfehle, wenn die eigene Firma von einem chinesischen Unternehmen übernommen werde. Er strich vor allem das Positive heraus. In einem sich verändernden Umfeld zu arbeiten sei fantastisch, und er möchte die Gelegenheit, in einer staatlichen Firma gearbeitet zu haben, nicht missen. Das Umfeld sei so anders als sonst, es gäbe zum Beispiel keine Möglichkeit zur Mitbestimmung. Er vergleicht es mit einem Schachbrett. Der König ist der Parteisekretär, der Direktor die Königin. Doch wenn die beiden wollten, dann könne eine solche Firma eine ungeheure Dynamik entwickeln. Staatliche Firmen machten übrigens vierzig Prozent aus in China und sie seien bedeutende Akteure mit beachtlichen Ressourcen, von denen wir eine Menge lernen könnten.

Da gebe es nur eins, schlussfolgerte Prof. Xin aus der Perspektive der Business School: Man müsse sich der Unterschiede bewusst sein, Vertrauen schaffen und offen sein.

Dieses Argument wurde von der ganzen Runde getragen, und John-James fügte an, es sei auch ganz wichtig, den Humor nicht zu verlieren. Peter Moser meinte: man müsse unter dem Druck eines solchen Umfeldes auch sich selber bleiben, und Martin Schneider erinnerte daran, dass man beweglich bleiben müsse: manchmal veränderten sich die Dinge unglaublich schnell, und manchmal geschehe einfach nichts. Diesen Spagat müsse man aushalten können in einem Umfeld, indem es ein "Global Leadership Mindset" brauche.

29.01.2019
“Wir steigern die Aktualität unserer Information.”
“Wir steigern die Aktualität unserer Information.”
Gespräch mit CEO Philipp Boksberger

CEIBS konzentriert die jetzige, dezentrale Kommunikation am Hauptsitz. Wo liegt der Kern für diesen strategischen Entscheid?

Die China Europe International Business School (CEIBS) will zukünftig noch stärker als eine Einheit mit fünf Campus auf drei Kontinenten auftreten. Es ist entsprechend sinnvoll, die Kommunikation zu konzentrieren und zu vereinheitlichen. Dies betrifft alle Kommunikationskanäle, also nicht nur unseren Newsletter, sondern auch unsere Social-Media-Aktivitäten wie auch alle online Marketing- und Sales-Kampagnen. Dies ist der letzte und konsequente Schritt der Integration des ehemaligen Lorange Institute of Business Zurich.

Solche Veränderungen werden durch diese interne Argumentation verständlich. Worin liegen die Vorteile für die verschiedenen Kundengruppen des Zurich Institute of Business Education?

Wir steigern die Aktualität unserer Information. Unsere Kundengruppen erhalten mehr und folglich auch aktuellere Informationen zu den CEIBS-Aktivitäten, und dies von allen fünf Standorten. Dazu zählen etwa der Zugang zu relevanten Forschungsresultaten unserer internationalen Fakultät und neuste Hintergrundinfos über China.

Eine ganz wichtige Gruppe sind die Teilnehmenden am Global Executive MBA (GEMBA). Was ändert sich im 2019 ganz konkret für die GEMBA Teilnehmer, oder auch die Teilnehmer anderer Veranstaltungen vor Ort?

Für die Teilnehmenden vor Ort ändert sich gar nichts. Das CEIBS Zurich Team wird weiterhin alle Europäischen Aktivitäten der China Europe International Business School planen und koordinieren. Im Hinblick auf die Erweiterung unseres Campus und die damit einhergehenden zusätzlichen Kapazitäten planen wir ab 2020 viele neue Angebot am Standort in Horgen; erweitern werden wir insbesondere unsere Excellence Exchange Programme. Dazu werden wir in den nächsten Monaten auch unser Team weiterausbauen.
29.01.2019
Warum die chinesische Zentralbank weder Aktien noch ETF-Einkäufe tätigen wird
Warum die chinesische Zentralbank weder Aktien noch ETF-Einkäufe tätigen wird
Von Sheng Songcheng *

Gerüchten zufolge hat die People's Bank of China (PBoC), Chinas Zentralbank, erwogen, Aktien oder Exchange Traded Funds (ETFs) direkt vom Markt zu kaufen. Wir glauben, dass es weder vernünftig noch praktikabel wäre, dies zu tun.

Gesetze im Zusammenhang mit der PBoC besagen eindeutig, dass sie Schatzanweisungen und Anleihen anderer Regierungen und Finanzinstitute handeln und Fremdwährungen auf dem freien Markt tauschen kann, ohne die Möglichkeit des Erwerbs von Aktien und/oder ETFs durch die PBoC ausdrücklich auszuschliessen. Aber es ist nicht notwendig, dass die PBoC Aktien auf dem Markt kauft.

Erstens ist das chinesische Finanzsystem insgesamt stabil. Von den grossen Volkswirtschaften der Welt hat bisher nur die japanische Zentralbank Aktien- und ETF-Käufe getätigt - was sie im Hinblick auf die Förderung der Finanzstabilität und der Lockerung der Geldpolitik tat. Im Jahr 2017 forderte China "drei harten Schlachten" zu gewinnen, darunter die Abwehr von Grossrisiken, wobei das finanzielle Risiko als das Wichtigste bezeichnet wurde.

Die Aktien an der chinesischen Börse haben sich nach einem Einbruch im Jahr 2018 auf einem tiefen Niveau stabilisiert. Die Bewertungen sind zwar relativ niedrig, aber gesund. Darüber hinaus hat China das Risiko von Bestandsverpfändungen (die Aufnahme von Darlehen gegen eigene Aktien) über mehrere Kanäle gemindert. Auch die verfügbaren Puffermittel haben sich als effektiver Weg erwiesen, um Schwankungen an den Aktienmärkten zu bewältigen.

Die PBoC muss keine Aktien kaufen

Zweitens könnte die Teilnahme der Zentralbank am Handel die bestehende Volatilität der Aktienmärkte verstärken und die normale Preisgestaltung des Marktes beeinträchtigen. Kleinanleger in China gehören zu den Börsenmarktteilnehmern, die versucht sein könnten, hoch zu kaufen und dann niedrig zu verkaufen, was den Markt noch volatiler machen würde. Daher ist es für die PBoC nicht sinnvoll, ETFs zu erwerben - unabhängig davon, ob es sich um Index-ETFs oder Sektor-ETFs handelt. Einige mögen argumentieren, dass eine Zentralbank, die sich an der Börse einmischt, die Entwicklung in entscheidenden Bereichen unterstützen könnte. Aber die industrielle Entwicklung sollte durch monetäre und fiskalische Instrumente, auch durch industriepolitische Massnahmen, unterstützt werden, anstatt sich an die PBoC zu wenden.

Drittens gibt es verschiedene andere Optionen im monetären Toolkit der PBoC. China verfolgt eine umsichtige Geldpolitik und muss sich daran halten. Viele andere Instrumente wie der Mindestreservebedarf (oder die Barreservequote), Offenmarktgeschäfte, gezielte mittelfristige Kreditfazilitäten, mittelfristige Kreditfazilitäten und verpfändete Ergänzungskredite können zu ähnlichen Ergebnissen führen.

Der Kauf von Aktien durch die PBoC würde die Geldpolitik anfällig für Bestandsentwicklungen machen - ein Regelverstoss. Eine umsichtige Geldpolitik und nicht massive Impulse sind somit unerlässlich.

Darüber hinaus wären die Käufe der Zentralbank auf dem Sekundärmarkt wie ein Abwurf, der tatsächlich gegen die Richtung der Geldpolitik gerichtet wäre, da die Anleger und nicht die Wirtschaft als Ganzes die Hauptempfänger wären.

Viertens würde der Kauf von Aktien und/oder ETFs zu einem Marktaufsichtsdilemma führen, das die neutrale Position der PBoC bei der Umsetzung der Geldpolitik in einem System beeinträchtigt; deshalb, weil Einzelpersonen und Institutionen, die in den Aktienmarkt investieren, verpflichtet sind, sich an die Vorschriften der China Securities Regulatory Commission (CSRC) zu halten.

Der CSRC koordiniert auch die Operationen der Pufferfonds. Wenn die PBoC, die in enger Zusammenarbeit mit der CSRC arbeitet, zu einem Akteur an der Börse würde, wer würde dann den gesamten Handel und Betrieb koordinieren und überwachen?

Schliesslich hängt eine gesunde Börse von der systematischen Reform der öffentlichen Unternehmen und der Börse selbst ab. Börsennotierte Unternehmen sollten ihre Governance verbessern und sich zum Ziel setzen, langfristig wettbewerbsfähigere Unternehmen zu werden.

Die Regulierungsbehörden müssen prüfen, wie die Marktreformen am besten vertieft werden können, einschliesslich der Vorschriften für Börsengänge und Handels- und Aufwertungsmechanismen, um einen gesunden Aktienmarkt aufzubauen.


*Sheng Songcheng
ist ausserordentlicher Professor für Wirtschaft und Finanzen bei CEIBS, stellvertretender Direktor des CEIBS Lujiazui Institute of International Finance (CLIIF) und Berater der People's Bank of China. Dies ist eine bearbeitete Version eines Artikels, der ursprünglich auf der Website der Global Times erschienen ist.
06.12.2018
Ausblick 2019
Ausblick 2019
2ter Start HEMBA/AMP -
0
Kompromisse -
1
neuer Campus -
9 Studienreisen

Neues Jahr - neues Glück. Das gilt auch für uns und unsere Programme. Zum wiederholten Mal können wir feststellen: das Zurich Institute of Business Education - CEIBS Campus Zurich, ist auf Kurs. Auf Wachstumskurs, und zwar in allen Bereichen. Aber der Reihe nach:

Eröffnung des erweiterten CEIBS Zurich Campus

Der Höhepunkt zuerst: wir vergrössern. Der Grund: wir wachsen. Gemäss unserem Plan, sukzessive mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den CEIBS Zurich Campus zu bringen, fingen wir vor zwei Jahren mit der Planung zur Erweiterung des CEIBS Zurich Campus an. Im Frühjahr beginnen die Bauarbeiten und am 1. Oktober 2019 eröffnen wir feierlich die neuen Schulungsräume, direkt neben unserer bestehenden Schule. Der Umbau des alten Seewasserwerks macht es möglich, dass wir zukünftig genügend Kapazität für alle unsere Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer haben. Im Erdgeschoss entstehen eine Lobby und ein Saal für Vorlesungen und Veranstaltungen mit Platz für 150 Personen. Zusätzlich gibt es diverse kleinere Arbeitsräume für Gruppenarbeiten, Lernecken und Büros für neue Dozenten und Mitarbeitende.

Global Executive MBA

Vor wenigen Wochen begann die dritte GEMBA Klasse ihre 20-monatige Reise über drei Kontinente und unsere fünf verschiedenen Campus; und die nächste steht schon in den Startlöchern. Im kommenden Herbst wird bereits die vierte und neueste Gruppe von EMBA-Teilnehmern ihre Weiterbildung bei CEIBS beginnen.

Hospitality EMBA und Advanced Management Programme (AMP)

In diesem Jahr zum ersten Mal durchgeführt, startet das Dual Degree Programm mit der Hotelfachschule Lausanne (EHL) im kommenden Mai zum zweiten Mal. Dies gilt auch für das im Oktober 2018 begonnenen AMP. Bis Ende Mai werden das dritte und vierte Modul abgeschlossen sein. Das neue AMP beginnt im Oktober 2019 – schon jetzt haben wir dafür zahlreiche Anmeldungen.

CEIBS Europe Forum 2019

Auch im Jahr 2019 werden wir wieder fünf Foren in ganz Europa organisieren, unter anderem in Zürich, München und London. Das Frühlingsforum in Zürich wird sich dem Thema "Innovation: China/Schweiz" widmen.

Studienreisen

Auch 2019 setzten wir unsere erfolgreichen Studienreisen (Excellence Exchange Programs) für chinesische Führungskräfte fort. Aktuell planen wir 10 Studienreisen. Zum ersten Mal organisieren wir 2019 auch eine Studierende in die Schweiz für die Studierenden des Full-Time MBA Programms in Shanghai.
06.12.2018
CHINA INSIGHT mit Jean-Pierre Raffarin
CHINA INSIGHT mit Jean-Pierre Raffarin
Jean-Pierre Raffarin, ex-Premierminister von Frankreich über Ähnlichkeiten und Unterschiede im Leadership von China, Frankreich und den USA

Die Geschichte der Führung lässt sich auf den Kodex von Hammurabi aus dem Jahr 1700 v. Chr. zurückverfolgen, einem feierlichen, grundlegenden Gesetzbuch Mesopotamiens (heute Irak), der besagt, dass sich die Mächtigen an das Gesetz halten und dass Anführer respektiert werden müssen.

In der Vergangenheit wurde der Führung überhaupt viel Aufmerksamkeit geschenkt. Konfuzius schlug im 5. Jahrhundert v. Chr. viele grossartige Ideen für die Staatsführung vor. In der heutigen Gesellschaft ist Führung natürlich nicht nur in der Politik, sondern auch als Unternehmensführung zentral.

In einem geschäftlichen Kontext müssen Führungskräfte den Teamgeist wecken, um die Teammitglieder zu ermutigen, zu wachsen und zu handeln. Als Teil der Unternehmensführung ist die eigentliche Führung eine der Kernaufgaben von CEIBS. Viele der Professoren von CEIBS forschen intensiv zu diesem Thema. Darüber hinaus ist die in Frankreich ansässige Charles De Gaulle Foundation eine Partnerschaft mit CEIBS eingegangen, um Fragen rund um das Thema Führung gemeinsam zu prüfen.

Ein interkultureller Vergleich wird verschiedene Arten von Führungsstilen aufdecken. Wir werden jedoch keine Schlussfolgerungen ziehen, welcher Stil besser oder schlechter ist; stattdessen werden wir einige der Unterschiede hervorheben, um Anregungen zu geben und Verbesserungen zu fördern.

Antoine de Saint-Exupéry, der französische Schriftsteller und Autor des Kleinen Prinzen, formulierte es so: "Liebe besteht nicht darin, sich gegenseitig anzustarren, sondern darin, in die gleiche Richtung nach draussen zu schauen". Der Zweck des kulturellen Vergleichs ist nicht die Konvergenz, sondern der Austausch von Ideen. Bei CEIBS können wir helfen, Führung zu definieren, indem wir sowohl die chinesische als auch die europäische Kultur kennenlernen.

Fünf Arten von Führung

Im Allgemeinen gibt es fünf Arten von Führung, oder fünf Möglichkeiten für Führungskräfte, Macht zu nutzen.

Der erste Art ist die autokratische Führung: Ich bin dein Anführer und du tust, was ich sage. So wird im Militär geführt – Untergebene handeln auf Befehl ihrer Vorgesetzten.

Die zweite Art ist die Führung des Paternosters. Wenn du bereit bist, mit mir zusammenzuarbeiten, werde ich mich wie eine Vaterfigur um dich kümmern, dich pflegen und helfen. Das heisst, als Führungskraft biete ich dir Liebe und Respekt an, und im Gegenzug arbeitest du für mich.

Der dritte Art ist die demokratische Führung. Nach diesem Ansatz wird qualitativ und demokratisch zusammengearbeitet, mit einer kollektiv organisierten Arbeit, aber immer noch mit nur einem Leiter.

Der vierte Art ist die kollektive Führung. Hier, innerhalb der Gruppe, gibt es keine Leiter, sondern nur Einzelpersonen. Die Gruppe wird von einem Team geleitet. Niemand steht vor dem Team oder versteckt sich hinter dem Team.

Die fünfte Art ist die Laissez-faire-Führung. In diesem Fall gibt es keine Führungskräfte und die Teammitglieder können einfach das tun, was sie wollen.

Die USA: Führung ist ein Erfolgsspiel mit Schwerpunkt auf Regeln und Technik.

An amerikanischen Universitäten gibt es eine Fülle von Literatur über Führung – zum Beispiel darüber, wie man die Aufmerksamkeit eines Publikums erregt und ein lautes Auditorium während einer öffentlichen Rede zum Schweigen bringt. Als der ehemalige US-Präsident Barack Obama auf das Podium trat und sein Publikum begrüsste, benutzte er oft die Worte "Hello, everyone" statt nur "Hello", um direkt mit dem Publikum zu kommunizieren.

Für die Amerikaner beginnt Führung mit dem Lernen: jeder kann lernen, ein guter Anführer sein. Die amerikanische Denkweise ist, dass alles organisiert werden kann, solange die Leute lernen zu arbeiten, zu sprechen, zu schreiben, Meetings zu arrangieren, Entscheidungen zu treffen, Dinge zu verwalten und zu kontrollieren.

In den USA ist Führung in Wirklichkeit ein Erfolgsspiel. In diesem Bereich wurde viel geforscht, insbesondere mit Blick auf Obama. Als erster afroamerikanischer Präsident der Vereinigten Staaten erlangte Obama den Status eines Gewinners und Pioniers in der Führung.

Obamas Führungsprinzipien umfassen die folgenden:
  • Glaube daran, dass Du einzigartig bist. Einzigartigkeit ist keine Barriere, sondern ein Vorteil. Obama zum Beispiel konnte seine Abstammung als Trumpfkarte nutzen, um die US-Präsidentschaftswahl zu gewinnen.
  • Glaubwürdigkeit. Zeigen Sie, dass Sie in der Lage sind, das Land zu führen und den Wählern zu beweisen, dass Sie es schaffen.
  • Drittens, wenn man bedenkt, dass die meisten jungen Amerikaner es vorziehen, in die Zukunft zu schauen, muss man als Führungskraft ständig seine Vision für die Zukunft zum Ausdruck bringen.

In den USA geht es bei der Führung um Kreation und Reform - zwei Ideen, die oft in Wahlslogans umgesetzt wurden. Die amerikanischen Führer sind bereit, Veränderungen zu versprechen. Sie wollen wachsen und ihre Führung verbessern, um allen zu helfen, zusammenzuwachsen.

Eine weitere Interpretation der amerikanischen Führung findet sich in The "48 Laws of Power", einem in den USA veröffentlichten internationalen Bestseller. Einige der in diesem Buch genannten Prinzipien sind: Niemals den Meister in den Schatten stellen, immer deine Absichten verbergen, immer weniger sagen als nötig, immer auf deine Feinde achten, sich immer unentbehrlich machen, die Kunst des Timings beherrschen und immer unberechenbar sein.

Auf diese Weise haben die Amerikaner eine Reihe von Ideen, Regeln und Praktiken für die Führung etabliert.

Frankreich: Führung ist Heldentum.

Im Laufe der französischen Geschichte haben sich viele Führungskräfte auf ihr persönliches Charisma verlassen, und so ihr Führungsprinzip definiert. General Charles de Gaulle zum Beispiel veranschaulichte die französische Führung durch sein Handeln.

Charles de Gaulle glaubte, dass Führung wichtig sei und dass ohne grosse Männer nichts Grosses erreicht werden könnte. Neben dem angeborenen Talent haben Führungskräfte die Fähigkeit, aus ihren Erfahrungen zu lernen.

Laut Charles de Gaulle muss ein Führer die folgenden Eigenschaften haben:
  • Ein Anführer sollte ein Mann mit Charakter sein. Er ist handlungsorientiert mit Ambitionen und einer Leidenschaft für das Handeln. Er ist nicht bereit, sich nur auf die Seitenlinien zu setzen. Darüber hinaus kümmert er sich um die Entscheidungsfindung – wenn er eine Führungskraft wird, lässt er nicht zu, dass andere Entscheidungen treffen. Ein Anführer begrüsst Herausforderungen, denn nur durch die Überwindung von Schwierigkeiten kann er sein volles Potenzial entfalten. Anstatt den Schwarzen Peter an andere oder seine Untergebenen weiterzureichen, übernimmt ein Leiter die Verantwortung für Misserfolge.
  • Die Führung muss den tatsächlichen Bedingungen angepasst sein. Das Umfeld ist für die Umsetzung von Führung unerlässlich. Frankreich ist ein Land voller Ideologien, und ein Land, in dem die Menschen gerne selber denken. Ein Anführer kann sich jedoch nicht auf eine Art von Ideen beschränken. Er muss die reale Umgebung beobachten und die Richtung der Entscheidungsfindung auf diese Umgebung stützen.
  • Ein Anführer ist sich seines Schicksals bewusst und weiss genau, ob er ein Anführer ist oder nicht. Ein guter Anführer ist unternehmungslustig, mutig und nicht nachsichtig.

Darüber hinaus betonte Charles de Gaulle die Autorität. Er glaubte, dass das Schweigen der Ort ist, an dem die Autorität und der Ruf eines Führers liegt. Er sah die Notwendigkeit, sich bei der Kommunikation mit anderen kurz zu fassen. Er riet davon ab, in der Nähe anderer zu bleiben, da ein Gefühl der Distanz dazu beitragen könnte, das Prestige zu erhöhen. Er glaubte auch, dass moralische Macht wichtig sei, da sie verhindern könne, dass der eigene Status und Ruf in Frage gestellt würde.

Seiner Meinung nach war das Führen ein Grundbedürfnis der Franzosen, ähnlich wie Essen oder Schlafen. Eine einzelne Person wird zu einem Anführer, nicht weil sie anderen seine Führung aufzwingt, sondern weil andere geführt werden wollen. In dieser Art von Szenario ist eine gute Führung unverzichtbar.

China: Führung ist die Weisheit, eine Bestandsaufnahme der Situation vorzunehmen
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Das 5. Jahrhundert v. Chr. war die Zeit des Konfuzius und des antiken Griechenlands. Damals interessierten sich sowohl «Ostasiaten» als auch «Westler» für die Organisation der Politik und die Machtverteilung.

Konfuzius' Hauptaufgabe war es, als Berater für Herrscher zu fungieren. Dabei entwickelte er eine Reihe von Ideen über Macht, die bis heute Führungskräfte auf der ganzen Welt inspirieren. Zum Beispiel glaubte Konfuzius, dass man ohne Integrität kein Anführer sein könne.

Ähnlich wie Charles de Gaulle befürwortete Konfuzius die Notwendigkeit von Ritualen. Führungskräfte benötigen Rituale, um die Führung von Menschen zu erleichtern. Eine Militärparade zum Beispiel ist Ausdruck einer Kultur, die ein bestimmtes Land regiert. In Frankreich vergeben wir auch Medaillen an Menschen für verschiedene gesellschaftliche Leistungen. Solche Rituale sind wichtig.

Es gibt ein weises Sprichwort über die Macht in den Analekten von Konfuzius: "Mangelnde Nachsicht in kleinen Angelegenheiten erschüttert grosse Pläne."

Weisheit ist das Streben nach chinesischem Denken -  Laozi (Lao Tse), ein chinesischer Philosoph aus dem 6. Jh.v.Chr., notierte zahlreiche Aphorismen über Führung. Mit der Aussage, dass er es "nicht wagen sollte, in der Welt voranzukommen", meinte Laozi, dass man neutral bleiben sollte. Nach Ansicht des chinesischen Philosophen Han Feizi "darf der Herrscher seine Wünsche nicht offenbaren". Han Feizi argumentierte auch, dass die wahre Macht eines Monarchen unteilbar sei.

Begrüsse ich Delegationen, stelle ich fest, dass bei den meisten Ländern die wichtigste Person immer vorne mitläuft. Bei der Begrüssung chinesischer Delegationen weiß ich jedoch oft nicht, wer die wichtigste Person ist, weil sie nicht immer vorne mitläuft.

In Frankreich gehören die Führer immer zu den Ersten, die in den Vordergrund drängen, um das Banner hoch zu halten. In China arbeiten sie jedoch oft hinter den Kulissen an der Entwicklung von Strategien und sind für die Koordination von Menschen verantwortlich, um die Dinge zum Laufen zu bringen.

Wenn es um die Ausübung von Macht ging, glaubte Han Feizi, dass alles nach Gesetzen gemacht werden sollte, die im Gegensatz zu dem, was wir heute Gesetze nennen, einfach nur eine Reihe von Regeln waren, die das Handeln der Menschen auf der Grundlage von kolonialen Überlegungen lenkten. Nach diesem Ansatz führten Führungskräfte Projekte durch, die als Basis für die Kommunikation und die Umsetzung gemeinsamer Ideen dienten.

12 Stichworte zum Thema Führung

Abschließend möchte ich betonen, dass jeder ein Anführer sein kann, sei es in seiner Familie, am Arbeitsplatz oder in einer Sportmannschaft.

Was die Führung betrifft, so habe ich 12 Schlüsselwörter, die ich teilen möchte.

Erstens gibt es vier Hauptmerkmale von Führung: Mut, Kreativität, Vertrauen und Emotionen. Zweitens gibt es vier Bereiche, in denen Führung angewendet werden kann: Strategie, Einfluss, Beziehungen und Ausführung. Schließlich gibt es vier Dinge, die Untergebene oder Teams von Führungskräften erwarten: Respekt, Glaube, Stabilität und Stabilität.

Über J.P. Raffarin

Der ehemalige französische Premierminister Jean-Pierre Raffarin, der als Distinguished Professor und Charles de Gaulle Chair in Global Leadership bei CEIBS doziert, besuchte vom 6. bis 10. Juli den Shanghai Campus der Schule. Im Rahmen der "CEIBS Insights 2018 Master Class" Vortragsreihe analysierte und verglich er die chinesische, französische und US-amerikanische Führung aus der Perspektive eines Politikers und eines Wissenschaftlers. Dieser Text ist eine gekürzte Zusammenfassung seines Vortrags.
05.12.2018
2018 - ein reichhaltiges Jahr für die CEIBS Alumni in Europa
2018 - ein reichhaltiges Jahr für die CEIBS Alumni in Europa
Das erste Chapter Head Meeting, das im Januar 2018 auf dem CEIBS Zurich Campus stattfand, setzte die Weichen für das nun zu Ende gehende Jahr. Wiederwahlen im Rat mit 3 Chapter fanden statt, wobei Grossbritannien, Spanien und Frankreich alle einer neuen Führung zustimmten.

Die Professoren Xu Bin, Oliver Rui, Zhang Yu, Jeff Sampler, Juan Fernandez und der Europäische Ehrenpräsident, Pedro Nueno, gehörten zu den CEIBS Dozenten, die uns in Europa besuchten und an Alumni Veranstaltungen für die europäischen Chapter teilnahmen, um dort Einblicke zu bieten und Meinungen kundzutun zu einer Reihe von aktuellen Themen wie dem US-Chinesischen Handelskrieg, dem "Single Day" oder dem Brexit.

Dazu kam die neue CEIBS 1+1-Serie, die mit dem europäischen Präsidenten Prof. Dipak Jain eingeläutet wurde, der mit seinem fast schon "berüchtigten" Vortrag die Veranstaltungen in München, London und Paris bereicherte; dazu zahlreiche regionale Treffen, darunter ein Design Thinking Workshop unter der Leitung des deutschen Chapters, ein chinesisches Neujahrsbankett in London, das erste CEIBS-Treffen in Amsterdam oder das Spätzlemachen in Zürich.

Im September 2018 schliesslich fand in Berlin das bisher grösste europäische Alumni-Treffen von CEIBS statt, bei dem sich über 100 Alumni, Dozenten und Freunde von CEIBS aus ganz Europa und China trafen.
12.11.2018
102 Business Executives beginnen ihre globale EMBA-Reise
102 Business Executives beginnen ihre globale EMBA-Reise
Am 3. November haben wir die zwei neuen Global EMBA 2018 Klassen begrüsst, bestehend aus 102 Führungskräften aus der ganzen Welt. Gemeinsam begeben sie sich auf Ihre 20-monatige Reise.

Als eines der internationalen Flaggschiff-Programme von CEIBS hat sich der Global EMBA durch die internationale Expansion von CEIBS in den letzten 24 Jahren stark weiterentwickelt. Im Oktober wurde der CEIBS Global EMBA erstmals auf Platz 5 der 2018-Rangliste der Financial Times unter den 100 besten EMBA-Programmen der Welt eingestuft und ist folglich das am höchsten bewertete Einzelprogramm. Das Ranking macht deutlich gezeigt, dass der CEIBS Global EMBA eine erstklassige Ausbildung ist, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht nur eine vielfältige, sondern auch eine zunehmend internationale Erfahrung bietet.

Das CEIBS Global EMBA-Programm funktioniert seit 2016 zweigleisig. Das neue Programmdesign bietet mehr Flexibilität für die in der Regel vielbeschäftigten Teilnehmer. Die Bewerberzahlen sind in den letzten Jahren stark gestiegen, so dass erstmals mehr als 100 Teilnehmer am Global EMBA teilgenommen haben, was natürlich auch die Vielfalt der GEMBA-Familie weiter vergrössert.

Das vielschichtig internationale Klassenzimmer

Die Teilnehmer kommen aus 21 Ländern und fünf Kontinenten. Auch dieses Jahr vereint die Klasse unterschiedlichen Positionen, Funktionen sowie verschiedene Branchen. Dieser starke Mix aus erfahrenen und leistungsstarken Führungskräften führt mit Sicherheit wieder zu einer positiven Dynamik im Klassenzimmer.

Mehr sogenannte “Fly-in Students”

Da China eine Schlüsselrolle in der Weltwirtschaft spielt, verlagern immer mehr führende Unternehmen ihren Fokus auf China mit der Erwartung, eine Verbindung von und nach China aufzubauen. CEIBS bietet die Möglichkeit, durch sein Top-EMBA-Programm das Verständnis für und das Wissen über China zu erweitern und gleichzeitig in Chinas grösstes Business School Alumni-Netzwerk einzusteigen.

In diesem Jahr gibt es mehr Fly-in-Studenten in der Global EMBA-Klasse. 48% der Teilnehmer sind außerhalb von Shanghai ansässig, während 25% außerhalb des chinesischen Festlandes ihren Wohnsitz haben. Die längste Reise für das Eröffnungsmodul wurde von einem Teilnehmer aus Kapstadt in Südafrika zurückgelegt. So verbessert also der Global EMBA unsere Präsenz auf der ganzen Welt.

Steigende Zahl chinesischer Teilnehmer

Es ist 40 Jahre her, dass mit Chinas Reformpolitik die Öffnung des Landes begann. China hat in dieser Zeit eine grosse wirtschaftliche und soziale Entwicklung gemacht. Mit der "Belt and Road Initiative" verstärkt China seine Öffnung weiter voran und wird sich folglich auch Chinas Wirtschaft weiterhin stärker in die Weltwirtschaft integrieren. In dieser neuen Phase der Globalisierung müssen sich die Wirtschaftseliten in China mit systematischem Geschäftswissen und einer internationalen Geschäftsperspektive ausstatten, um zu den besten interkulturellen Führungskräften zu gehören. Aus diesem Grund ist das CEIBS Global EMBA-Programm die beste Wahl für chinesische Top-Manager, die einen globalen Einblick und Studienerfahrung wünschen. 

Unter den chinesischen Teilnehmern kommen 25% aus privaten chinesischen Unternehmen in China, und viele von ihnen sind sogar Gründer oder Führungskräfte der zweiten Generation eines Familienunternehmens. Immer mehr chinesische Führungskräfte aus der Wirtschaft beginnen, über ihre berufliche Laufbahn hinaus aktiv zu studieren und sind deshalb auch offen für unterschiedliche Herausforderungen auf der internationalen Bühne.

Breite Branchenverteilung

Die Branchen Einzelhandel & Konsumgüter sowie Gesundheitswesen belegen unter den diesjährigen Studierenden weiterhin die ersten beiden Plätze. Dies unterstreicht, dass beide Branchen auf dem aufsteigenden Ast sitzen, aber auch entsprechend unter Wettbewerbsdruck stehen.

Eine wesentliche Änderung in diesem Jahr ist, dass die Technologie-/Medien-/Telekommunikationsbranche zu den Top 3 gehört. Ein Indiz, dass es für diese Unternehmen noch Raum für Expansion auf dem chinesischen Markt gibt. Ausserdem kommen 6% der Teilnehmer aus der Bildungsbranche. Obwohl es sich hierbei nicht um eine grosse Zahl handelt, ist dies dennoch ein Beleg für den expandierenden Bildungsmarkt in China. Angesichts des Wachstums der chinesischen Bildungsindustrie und der beginnenden Vernetzung internationaler Ressourcen werden mehr Talente mit globaler Denkweise benötigt.

12.11.2018
CEIBS Europe Forum 2018 in Zürich
CEIBS Europe Forum 2018 in Zürich
Smart Healthcare und die Verbindung Schweiz - China
Rund 200 Akteure aus der chinesischen und schweizerischen Gesundheitsindustrie diskutierten im Oktober in Zürich über Innovationen. Die Veranstaltung widmete sich dem breiten Thema "Smart Healthcare: Neugestaltung der Healthcare-Industrie in China und der Schweiz". Im Zentrum der Diskussion stand die Frage, wie man intelligente Gesundheitstechnologie erfolgreich nutzen kann - und wie beide Seiten in diesem Bereich zusammenarbeiten können.  Dieses 4. CEIBS Forum fand im Zürcher Forum St. Peter und wurde in Zusammenarbeit mit Credit Suisse ausgerichtet.

Die Veranstaltung ist Teil der langjährigen Anstrengungen von CEIBS zur Schaffung einer Plattform, damit die chinesisch-europäischen Beziehungen gefördert werden können. Dieses Forum ist eines von fünfen, die 2018 im Rahmen von CEIBS Insights veranstaltet wurden; einer Initiative übrigens, die anlässlich des 15-jährigen Bestehens der Umfassenden Strategischen Partnerschaft China-EU ins Leben gerufen wurde. Vor der Veranstaltung in Zürich organisierte CEIBS Foren in Paris (19. Oktober), München (17. Juli), London (19. Juli) und Prag (25. September).

Die Idee dahinter

Angesichts der alternden Bevölkerung haben die lokalen Regierungen Chinas das Gesundheitswesen und dessen Qualität und Entwicklung ganz zuoberst auf ihre Agenda gesetzt. Mit einem effizienten medizinischen Versorgungssystem und einer etablierten Altenpflege gehört die Schweiz seit langem zur Spitze in der globalen Gesundheitsbranche. In den Gesprächen wurden die neuesten Entwicklungen in der sogenannt "intelligenten Gesundheitsversorgung" in beiden Ländern erörtert und auch wie sie sich bei der Förderung von Produkt- und Dienstleistungsinnovationen gegenseitig ergänzen können. Dazu zählt auch die gemeinsame Weiterentwicklung durch gegenseitige Investitionen und technologische Zusammenarbeit.

Eröffnung durch den Generalkonsul der Volksrepublik China in Zürich

In seiner Eröffnungsansprache sagte S.E. Qinghua Zhao, Generalkonsul der Volksrepublik China in Zürich und dem Fürstentum Liechtenstein, dass China ein grosses Interesse an und Engagement in der wachsenden Nachfrage nach nationaler Gesundheitsversorgung hat, während die Schweiz weltweit führend in der Medizinindustrie sei. Die weitere Entwicklung innerhalb der beiden Länder stelle einen grösseren gegenseitigen Nutzen und eine Win-Win-Situation für die Bürger beider Seiten dar, sagte er und fügte hinzu, dass die Veranstaltung hoffentlich Erkenntnisse liefern werde, die die Zukunft der Gesundheitsbranche neu gestalten könne. "Basierend auf einer komplementären Zusammenarbeit zwischen uns hoffen wir, dass die Unternehmen auf beiden Seiten unseren Dialog für eine Win-Win-Partnerschaft vertiefen werden", sagte er.

Urs Rohner, Präsident des Verwaltungsrats, Credit Suisse Group AG

In seiner Rede sprach Urs Rohner darüber, wie sein Unternehmen und CEIBS Wege einer für beide Seiten vorteilhaften Zusammenarbeit gefunden haben, und über die Rolle seines Unternehmens auch bei der Pflege der Beziehungen zwischen China und der Schweiz. "In den vergangenen drei Jahren haben wir eng mit CEIBS zusammengearbeitet", unterstrich er in seiner Ansprache. Die Beziehungen zwischen China und der Schweiz haben inzwischen eine lange Geschichte. Die Credit Suisse ist seit über 60 Jahren in China tätig, nachdem sie 1950 als Korrespondenzbank mit der Bank of China begonnen hatte und 1955 als erste internationale Bank eine Filiale in Peking eröffnete.

CEIBS Vizepräsident und Dean Professor Ding Yuan

Er erklärte in seiner Begrüssungsrede, das Forum sei Teil der Anstrengung, um die Handelsbeziehungen in der Schweiz zu stärken und ausländischen Unternehmen dabei zu helfen, China besser zu verstehen und dort Geschäfte zu tätigen. „Chinas Konsumgütermarkt hat in diesem Jahr eine Gesamtgröße von 5,7 Billionen US-Dollar und übertrifft damit die der USA. In zehn Jahren wird China 1 bis 1,5-mal grösser sein als der europäische Markt, wobei insbesondere Dienstleistungen zum Wachstumsfaktor werden“, betonte er. Mit über einer Milliarde Einwohnern, darunter eine wachsende Mittelschicht und eine alternde Bevölkerung, erwartet er, dass China und die Schweiz mit Innovationen sowohl im Finanzbereich als auch im Gesundheitswesen neue und gegenseitig vorteilhafte Wege beschreiten werden.

CEIBS Präsident (Europa) Professor Dipak Jain

Er betonte, dass der "Human Touch" auch in der heutigen Zeit, in der wir einen Übergang vom klassischen Kapitalismus hin zum Unternehmertum beobachten, nach wie vor unverzichtbar sei für die meisten Geschäftstätigkeiten. Heute sähen sich die Marktteilnehmer mehr als sich engagierende Bürger statt konkurrierender Unternehmen, und der Gewinn sei nicht mehr der einzige Gradmesser für Erfolg. Dipak Jain unterstrich in seiner Ansprache zwei globale Trends, die für das Gesundheitswesen von entscheidender Bedeutung seien: technologische Konvergenz und die alternde Bevölkerung; und er identifizierte drei Bereiche von besonderer Bedeutung innerhalb der Gesundheitsbranche: "Verbraucher"-Wellness, die aus Gesundheitsfürsorge und gleichzeitig der Pflege des dafür notwendigen Vermögens besteht; Gastfreundschaft, einschliesslich des "medizinischen Tourismus", und nicht zuletzt auch das eigene Engagement der Verbraucher, vor allem wenn's um digitale Medien gehe. Professor Jain schloss mit Vorschlägen zur Humanisierung des Gesundheitswesens. Der Schlüssel läge darin, zu erkennen, dass Menschen die einzige Quelle der Differenzierung und Wertschöpfung seien.

Chris Ebell, Gründer und Eigentümer, Verticai Consulting

Chris Ebell, der auch COO der ParTec GmbH ist, stellte fest, dass eine Vielzahl mutiger Initiativen auf der ganzen Welt, verkörpert durch das Human-Brain-Projekt der Europäischen Kommission mit 19 Mitgliedsstaaten, hinter der technischen Kernforschung innerhalb der globalen Gesundheitsindustrie stecke. Er identifizierte vier treibende Kräfte in der Branche und betonte die Bedeutung eines grundsätzlichen Verständnisses und auch der Regulierung der Künstlichen Intelligenz (KI) in diesem Bereich. Er betonte, dass der mehrstufige Prozess von Smart Healthcare in Verbindung mit KI, globaler Politik und Wirtschaft eine sehr dynamische Branche geschaffen habe. "Die Chancen sind enorm, und eine der grossen Herausforderungen besteht darin, das, was in diesem Bereich geschieht, zu verstehen und einen Weg zu finden, das Erreichte in der Forschung umzusetzen."

Erste Session - “Produktinnovation im Gesundheitswesen durch Smart Healthcare Technology”

Die erste Diskussionsrunde des Tages stand unter dem Motto "Healthcare Product Innovation Boosted by Smart Healthcare Technology". Mit drei Grundsatzreden wurden die Weichen gestellt. Der erste wurde von Prof. Christopher L. Tucci, gehalten, Inhaber des Lehrstuhls für Unternehmensstrategie & Innovation und ehemaliger Dean am College of Management of Technology der EPFL (ETH Lausanne). Prof. Tucci ist CEIBS Visiting Thought Leader. Er ging auf das Thema Produktinnovation ein und betonte, dass digitale Innovation in Verbindung mit KI und Blockchain der Schlüssel für die Zukunft der Gesundheitsindustrie sei. "Es gibt keinen eigentlichen schmalen Grat zwischen Produkt- und Dienstleistungsinnovation, da dies eigentlich immer eine Verbindung von beidem sei", sagte er und fügte hinzu, dass dies Kostensenkungen in Folge der KI besonders wichtig macht. So hängt beispielsweise die medizinische Diagnose zunehmend von Crowd Sourcing ab.

Als nächster sprach Jun Wang, Gründer und CEO von iCarbonX, der auch Vorstandsmitglied und ehemaliger CEO von BGI und ehemaliger Präsident von BGI Research ist. Er thematisierte die Frage der Einzigartigkeit bei der Bereitstellung von Lösungen im Gesundheitswesen. Er glaubt, dass es keine Einheitstechnologie gibt, die der einzigartigen Natur jedes einzelnen Menschen gerecht wird. Er geht von einer Verstärkung des bestehenden Trends aus, dass alle Daten in einem digitalisierten und computergestützten Leben verfügbar sein werden und die Gesundheitsbranche durch einen personalisierten Ansatz von der Nutzung dieser Daten profitieren wird.

Der dritte Hauptredner war Dr. Dr. Matthias Reumann, Sustainable, Resilient Health Systems Researcher bei IBM Research (Zürich). Er teilte seine Ansichten darüber, wie sich die KI auf den Bereich der Medizin auswirken wird und betonte, dass der "Human Touch" tatsächlich verbessert und nicht ersetzt werden würde. Während er die Bemerkungen seiner Vorredner wiederholte, dass die Rechenleistung der Eckpfeiler der intelligenten Gesundheitsversorgung sei, betonte er, dass "saubere" Daten der Schlüssel zu besseren Ergebnissen seien. Dies bedingen, dass wir die Daten Verfälschungen reinigten (Clean Data), damit sie zur Vorhersage und Behandlung seltener Krankheiten verwendet werden könnten.

Das Podium mit den drei Rednern wurden durch zwei weitere Teilnehmer ergänzt. Thomas Amrein, Vizepräsident und Senior Portfolio Manager von Global Equities bei der Credit Suisse und Sijia Lu, CEO von Yikon Genomics.  Th. Amrein stellte fest, dass das grösste Problem bei der intelligenten Gesundheitsfürsorge im grundsätzlichen Widerstand gegen Veränderungen liege, und wies darauf hin, dass, da grundlegende Änderungen in diesem Bereich lange Zeit in Anspruch nehmen würden und es dabei offensichtlich Verlierer geben werde, ein Anreizsystem ein wirksamer Treiber für die Umgestaltung der Gesundheitsbranche sein könnte. Die Bedeutung von Prävention und ethischen Fragen in Bezug auf den Datenschutz gehörte unter anderem zu den Hauptpunkten, die von Sijia Lu, angesprochen wurden: "Im Gesundheitswesen ist Prävention wichtiger als Heilung", sagte er.

Zweite Session - “Innovation im Gesundheitswesen durch intelligente Gesundheitstechnologie” 

In seiner Grundsatzrede machte Guillaume DuPasquier, Mitbegründer von DomoSafety, die Teilnehmer auf die Herausforderungen der KI im medizinischen Gebrauch aus politischer Sicht aufmerksam. Er betonte, dass die dringende Frage die sei, wie man Informationen vertrauen könne; Information notabene, die wir nicht immer in ausreichender Weise verstehen könnten. Die Rolle des Internets 2.0 im Gesundheitswesen stand im Mittelpunkt des Vortrags von Benjamin Huang, Group Deputy CTO und CTO der Healthcare Plate Tech+ Abteilung der Fosun Group. "Das Internet hat die Beziehung zwischen Patient und Arzt und Krankenhaus neu strukturiert", sagte er dem Publikum. "Wir sehen begrenzte medizinische Ressourcen und mangelnde Fähigkeiten bei den Ärzten als das dringendste der Probleme, zusätzlich zu der je nach Region unausgewogenen medizinischen Versorgung. Die KI spielt daher eine wichtige Rolle im Gesundheitsmanagement, um Daten sicher und korrekt zu nutzen, während die Blockchain-Technologie den Grundstein für solche Lösungen legen kann."

Neben den beiden Referenten waren in der letzten Podiumsdiskussion des Tages auch Liang Liang, Gründer und CEO, Easyhin und Dominik Mayer, Gründer von AO Invest, mit von der Partie.

Beide bestätigten, was Huang zum Internet 2.0 als neue Schnittstelle zur Einbindung von Online-Materialien gesagt hatte. Liang betonte auch, dass sich eine Shared Economy in der Gesundheitsversorgung herausbilde, bei der die medizinischen Ressourcen nachhaltig aufeinander abgestimmt und koordiniert werden könnten, um medizinische Dienstleistungen sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht zu verbessern. "Die KI kann die eher mechanischen und routinemässigen Aspekte der medizinischen Behandlung ersetzen. Wenn mehr strukturierte Daten genutzt werden, entstehen spezifische Algorithmen für bestimmte Krankheiten. Einst marginalisierte Probleme werden daher im Mittelpunkt stehen, wenn "reifere" Technologien entstehen", sagte er.

Schlussansprache

Das halbtägige Forum endete mit einer Abschlussrede des CEIBS-Ehrenpräsidenten (Europa) Pedro Nueno, der daran erinnerte, dass es bisweilen vier bis fünf Jahre dauere, von dem Moment an, in dem ein Arzt ein Problem entdeckt, bis zu dem Moment, in dem ein Patient geheilt werde. "Aber Patienten können nicht warten. Also drängen sie auf Lösungen", fügte er hinzu. Er erinnerte daran, dass die stark alternde Bevölkerung und die sich vervielfachenden medizinischen Probleme einen Bedarf an individuelleren Modellen und besser ausgebildeten Ärzten geschaffen habe.

Mit dem Zurich Forum wurde das 4. CEIBS Europe Forum 2018 abgeschlossen - nicht ohne bereits Pläne zu haben für die Veranstaltungen im nächsten Jahr. Dann feiert die Schule 25-jähriges Bestehen.


12.11.2018
Manipuliert China die Währungen?
Manipuliert China die Währungen?
Ist China ein Währungsmanipulator?

Am 17. Oktober hat es das US-Finanzministerium in seinem Halbjahresbericht über die Wechselkurse versäumt, China trotz der Wahlversprechen von Donald Trump als Währungsmanipulator zu bezeichnen. Warum also ist es schwierig, das Etikett des Währungsmanipulators "Währungsmanipulator" an Chinas Weste zu heften?  

China war früher ein Währungsmanipulator. Das aber war in den 90er und 2000er Jahren, als alles, was es hatte, eine Armee billiger Arbeitskräfte hatte und ein bedeutender Teil seiner Exporte arbeitsintensive Low-Tech-Produkte waren. Das war denn auch die Quelle seines Wettbewerbsvorteils. Eine künstlich billig gehaltene Währung erlaubte es China, mit ihren südostasiatischen Nachbarn zu konkurrieren und ausländische Unternehmen an ihre Ufer zu locken. Aber heute besteht mehr als ein Viertel der chinesischen Industrieexporte aus Hightech-Produkten (nach Angaben der Weltbank). Gleichzeitig verblasst die Anziehungskraft allein durch billige Arbeitskräfte. China eines Ziels oder einer Tat zu beschuldigen, das seine Politik nicht mehr verfolgt, zeigt, dass die Entwicklung, die das Land seither durchgemacht vorgenommen hat, kaum zur Kenntnis genommen wird. Insgesamt liegt in diesem Vorwurf auch ein wenig ein bevormundendes Verhalten gegenüber China.

Eine eingehende Studie über Währungsmanipulatoren von Fred Bergsten und Joseph Gagnon vom US-amerikanischen Think-Tank Peterson Institute for International Economics im Jahr 2017 zeigte, dass China seine Währungsmanipulation im Jahr 2015 eingestellt hat. Selbst der jüngste Halbjahresbericht des US-Finanzministeriums, der Länder aufführt, die ihre Währungen manipulieren, um sich einen unfairen Handelsvorteil zu verschaffen, schliesst China nicht ein, weil es nicht beharrlich in den Devisenmarkt eingegriffen hat, um den RMB abzuwerten; und noch hat China einen Leistungsbilanzüberschuss von mehr als 3 Prozent des BIP. Das einzige Kriterium, das China nicht erfüllt, um sich dieser Anschuldigung zu entziehen, ist, dass sein Handelsüberschuss grösser als 20 Milliarden US-Dollar ist, eine allerdings willkürlich festgelegte Zahl, die die Grösse der Exportwirtschaft nicht berücksichtigt. 

Warum der RMB schwächelt

Es gibt zwei Gründe, warum sich der RMB abschwächt. Erstens, der Handels- und Zollkrieg zwischen den USA und China. Als der Handelskrieg im Juni 2018 in die heisse Phase trat, schwächte sich der RMB stark ab und hat sich seitdem nicht mehr erholt. Die Märkte glauben eindeutig, dass China durch diesen Handelskrieg mehr zu verlieren hat als die USA. Die USA haben nicht nur mehr Möglichkeiten, Waren zu besteuern als China; sie sind auch in der Lage, andere Länder in den Griff zu kriegen, um China und seine Unternehmen in den Hintergrund zu drängen. Die USMCA, die die NAFTA ablöste, ist ein gutes Beispiel dafür, wie die USA sicherstellen konnten, dass chinesische Unternehmen nicht über die Hintertüre auf den US-Markt gelangen können. Von einer kurzfristigen Entspannung zwischen den beiden Ländern ist nichts zu spüren. Vielmehr scheint es wahrscheinlicher, dass die USA die Zölle auf chinesische Waren bis 2019 auf 25 Prozent erhöhen werden. Dies deutet nur auf eine weitere Schwächung des RMB hin.

Zweitens wird die kontinuierliche Erhöhung der US-Zinsen durch die US-Notenbank die Attraktivität der Vermögenswerte des Landes erhöhen und einen größeren Mittelzufluss nach Amerika und in den US-Dollar fördern. Die USA sind vielleicht die einzige Volkswirtschaft der Welt, die sich im Moment (sehr) gut entwickelt, und um jede Art von Überhitzung zu vermeiden, ist die Fed gezwungen, eine straffe Geldpolitik zu verfolgen, um die Wirtschaft zu steuern, egal was der US-Präsident twittert. Die gestiegene Nachfrage nach US-Anlagen bedeutet eine höhere Nachfrage nach dem US-Dollar, was den Abwertungsdruck auf andere Währungen, einschließlich des RMB, verstärken wird.

Wenn also der RMB in den letzten 4 Monaten seit der Eskalation des Handelskrieges um 8 Prozent verloren hat, hat das nichts damit zu tun, dass China seine Währung manipuliert hat, sondern die USA ihre eigene.

Wir können davon ausgehen, dass die Ziffern 6 und 7 im Jahr 2019 wichtige Zahlen sein werden. Chinas BIP-Wachstum wird wahrscheinlich näher bei 6 Prozent liegen, während die lokale Währung vielleicht 7 RMB pro US-Dollar erreichen wird. Diese beiden Zahlen stehen offensichtlich in umgekehrtem Zusammenhang in dem Sinne, dass eine relativ niedrigere Wirtschaftswachstumsrate die Währung wahrscheinlich schwächer machen würde und umgekehrt, da die Stärke der Währung aus der wahrgenommenen Vitalität der Wirtschaft resultiert. Daher sollte eine stärkere Währung von Entscheidungsträgern, sowohl von öffentlichen als auch von privaten, tatsächlich begrüsst werden. Die Rede darüber, dass China seine Währung manipuliert, um sie schwächer zu machen, ist nur politische Rhetorik - und erst noch schlecht informierte.

Bala Ramasamy ist Professor für Wirtschaft und stellvertretender Dean an der China Europe International Business School (CEIBS). Seine Forschungsschwerpunkte liegen bei asiatischen Volkswirtschaften, ausländischen Direktinvestitionen (FDI), Corporate Social Responsibility und internationale Geschäftsstrategien.

Eine überarbeitete Version dieses Artikels wurde erstmals am 18. Oktober von CGTN veröffentlicht.
17.10.2018
CEIBS Global EMBA auf Platz #5 im Financial Times Ranking
CEIBS Global EMBA auf Platz #5 im Financial Times Ranking
Der Global Executive MBA der China Europe International Business School (CEIBS) ist im Ranking der Financial Times für die 100 besten EMBA-Programme der Welt im Jahr 2018 um neun Plätze auf Platz 5 geklettert. Dies ist das zweite CEIBS-Programm, das die FT in diesem Jahr in die Top 10 gesetzt hat.

Im Januar belegte der CEIBS MBA Platz 8 weltweit und Platz 1 in Asien. Damit ist CEIBS die erste asiatische Schule mit zwei Programmen, die in den Top 10 der FT gelistet sind. Im EMBA-Ranking, das heute veröffentlicht wurde, ist das CEIBS Global EMBA auch das am höchsten eingestufte Stand-alone-Programm. Alle vier darüber liegenden Programme sind Kooperationen zwischen mindestens zwei Schulen, deren kombinierte Daten in die Ergebnisse einfliessen. Wie das Ranking zeigt, bietet der unabhängig angebotene CEIBS Global EMBA den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine zunehmend internationale und äusserst vielfältige Erfahrung. Der Grund liegt in der erstklassigen Aus- und Weiterbildung, die auf der durch CEIBS vorangetriebenen Forschung beruht und einen positiven Effekt auf die Qualität der Schule hat.

"Diese Ergebnisse bestätigen, dass wir ein weltweit wettbewerbsfähiges Programm anbieten", sagte CEIBS-Präsident Li Mingjun auf die Neuigkeiten. "Wir werden unsere Anstrengungen verstärken, um den Bedürfnissen unserer Studenten und auch denjenigen von sozial verantwortlichen Wirtschaftsführern, die letztlich die Weltwirtschaft beeinflussen, zu entsprechen."
 
Das jährliche FT-Ranking der EMBA-Programme wird von den Business Schools auf der ganzen Welt geachtet und hochgeschätzt. Zusammengestellt wird das Ranking jedes Jahr vor allem aus Umfragen von Klassen, die drei Jahre zuvor abgeschlossen haben. CEIBS fünfter Platz ist ein historischer Höchstwert und für den EMBA die beste Rangierung, die je ein CEIBS Programm erreicht hat. Plätze gut machte der CEIBS Global EMBA dank Verbesserungen in neun der 16 im Ranking verwendeten Kriterien. Dazu zählen etwa stärkere Leistungen in den Bereichen des Programms, die konkrete Auswirkungen auf die Berufslaufbahn von Hochschulabsolventen haben sowie ganz generell die Vielfalt des Programms.

Der CEIBS Global EMBA vergrössert auch weiterhin seinen Anteil an internationalen Studenten. Da wir unsere multinationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an verschiedenen Orten auf der Welt unterrichten, haben wir ganz konkret die Möglichkeiten, die Art, wie sie der Welt begegnen, positiv zu verändern. Core-Kurse an den Standorten in Shanghai, Accra und Zürich werden durch sieben globale Wahlmodule in sieben Ländern auf fünf Kontinenten ergänzt. Das Programm ist somit auch ein integraler Bestandteil der breiteren Globalisierungsstrategie der Schule.

"Unser Global EMBA, der auf Platz fünf der Welt liegt, ist der endgültige Beweis dafür, dass das einzigartige Modell des Programms funktioniert", sagte der Vizepräsident der CEIBS und Dean, Professor Ding Yuan. "Nach drei Jahren harter Arbeit seit der Gründung unseres Campus in Zürich im Jahr 2015 hat CEIBS einen synergetischen und stabilen Betrieb an unseren fünf Standorten auf drei Kontinenten erreicht. In Zukunft, während die Schule weiter nach Nordamerika und andere Regionen expandiert, wird CEIBS die Ansprüche von Geschäftsführern auf der ganzen Welt besser erfüllen."

Der CEIBS Associate Dean des Global EMBA, Professor Nikos Tsikriktsis, betonte: "Der Unterschied zwischen dem EMBA von CEIBS und anderen Business Schools liegt darin, dass unsere Studenten Führungskräfte aus verschiedenen Ländern in Asien, Europa und Afrika sind und im Verbund eine einzigartige Klasse bilden, die wirklich global ist. Sie profitieren von der Expertise eines starken internationalen Dozenten-Teams und von Kursen in wichtigen globalen Städten, in der die Zukunft der internationalen Geschäftstätigkeiten gestaltet und beeinflusst werden." Und er fügte hinzu: "Während sich die globale und chinesische Wirtschaft weiterentwickelt, steht die Wirtschaftselite der Welt vor grossen Herausforderungen. Sie kann nur dann wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie die Bedeutung von lebenslangem Lernen voll und ganz versteht. Als Reaktion auf wirtschaftliche Trends und Veränderungen der Marktnachfrage haben wir deshalb den EMBA-Lehrplan von CEIBS proaktiv optimiert. Unser Team ist bestrebt, professionelles, top-aktuelles Business Know-How zu vermitteln - sowohl theoretisch als auch praktisch. Wir unterziehen unsere Unterrichtsmethoden kontinuierlich Neuerungen und haben das Lernen über den traditionellen Klassenraum hinaus erweitert, um eine Plattform für fortlaufendes Lernen zu schaffen."  

Neben der Bewertung der Karriereentwicklung und der Vielfalt des Ausbildungsangebots der Absolventen bewertet die FT die Schulen auch im Hinblick auf Forschung und die sogenannte Corporate Social Responsibility (CSR). Auch in diesen Bereichen hat sich CEIBS positiv entwickelt. CSR wurde zu einem Schwerpunkt auf der strategischen Ebene der Organisation gemacht, mit Ethikunterricht als festem Teil des Curriculums. Inzwischen haben die Qualität und auch die Menge an Forschungsprojekten stetig zugenommen. Sie werden durch Mitglieder der Fakultät in fünf Fachbereichen, darin sie profunde Kenntnisse besitzen, durchgeführt. So hat deren Forschung im Laufe der Jahre immer mehr internationale Anerkennung gefunden. Ihre Fachartikel zur Forschung werden in renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht; konkret: zwischen 2014 und 2017 veröffentlichte die CEIBS-Fakultät 125 Artikel in Top-Zeitschriften. Auf einer Liste von Wissenschaftlern, die vom bekannten akademischen Verlag Elsevier zusammengestellt wurden, stellen die Mitglieder der CEIBS Fakultät in den vergangenen drei Jahren ein Drittel aller zitierten Forscher von chinesischen Business Schools, und zwar in den Bereichen Business, Management und Accounting. Ein Indikator für die Stärke der Forschung der Schule.
 
"Wir werden unsere Anstrengungen für gründliche Forschung weiter verstärken, so dass diese praktischen Auswirkungen auf die Geschäftswelt einerseits und andererseits unsere Studenten hat", sagte CEIBS-Präsident Li Mingjun. "Wir sind uns darüber im Klaren, dass akademische Präzision ein wesentlicher Bestandteil unserer Bemühungen sein muss, die Führungskräfte von morgen auszubilden."

Die Neuigkeiten über das Ranking erreichten uns nur wenige Tage nach dem Abschluss der Global EMBA Class 2016, die in Dubai feierlich begangen wurde. Dass die Studenten ihre Abschlussfeier in den Vereinigten Arabischen Emiraten ablegten, ist bloss ein weiterer Indikator, der den Ruf des CEIBS Global EMBA bestärkt, ein richtig globales Programm zu sein - und dass CEIBS eine durch und durch internationale Business School mit Wurzeln in China ist.

Die nächste CEIBS Global EMBA-Klasse startet ihr Programm im November 2018.

Über den CEIBS Global EMBA

Der CEIBS Global EMBA ist ein erstklassiges Teilzeitprogramm, das den Anspruch "China Depth and Global Breath" in einem Programm zusammenfasst und das richtige Programm für Spitzenführungskräfte ist, die ihre Karriere und persönliche Entwicklung auf die nächste Stufe heben wollen. Mit Modulen in 11 Städten weltweit, einer vielfältigen Studentenschaft aus mehr als 20 Ländern und zwei integrierten GEMBA-Klassen, die zwischen China, Europa und Afrika pendeln, bietet der CEIBS Global EMBA seinen Teilnehmern eine einzigartige Möglichkeit, ihr globales Netzwerk zu erweitern und sich gleichzeitig Chinas grösstem Business School Alumni-Netzwerk anzuschliessen.
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